Galapagos Inseln Jahreszeiten - saisonale Wetteränderungen
Auf Galapagos gibt es 2 Jahreszeiten. Einmal die Trockenzeit, oder Garua, welche von Juli bis Dezember andauert. Garua bezieht sich auf den Nebel und Dunst, der während dieser Zeit oft über den Bergen hängt. Die heiße Zeit, bzw. Regenzeit, dauert von Januar bis Juni, wobei März und April in der Regel die feuchtesten Monate sind. Die Zeiten der Wechsel variieren etwas und oftmals gibt es einen Übergangsmonat, in dem beide Jahreszeiten vorkommen können. Die Jahreszeiten werden weiterhin von ozeanographischen Bedingungen gesteuert. Gegen Dezember hin passieren verschiedene Wechsel in athmosphärischen und ozeanischen Strömen. Die Passatwinde lassen nach und die Intertropische Konvergenzzone, der klimatische Äquator, welche normalerweise nördlich des geographischen Äquators liegt, driftet südwärts Richtung Galapagos. Die nachlassenden Passatwinde lassen die westlich fließenden Ströme verlangsamen. Das wiederum verringert die Aufwärtsströmungen aus der Tiefsee (Upwelling) und erlaubt wärmeren Wassern in diese Region einzudringen. Die Luft erwärmt sich und die Inversionsschichten brechen auseinander. Dies wiederum erlaubt der wärmeren Luft bis dorthin
aufzusteigen, wo sich Regenwolken bilden - tägliche Regenschauer entstehen. Selbst in dieser Jahreszeit jedoch bekommen niedere Erhebungen, besonders die im Regenschatten des Hochlandes, nur begrenzt Regen ab. Interessanterweise erhält das Hochland mehr Feuchtigkeit vom Garua (Nebel), als vom Regen selbst.
Alle paar Jahre ist dieses jahreszeitliche Aufwärmung intensiver und dauert länger an als sonst. Das sind ozeanische Ereignisse, die als El Niño bekannt sind. Sie sind gekoppelt an eine Umkehrung in der atmosphärischen Zirkulation, der Southern Oscillation (Südliche Schwingung). Zusammen nennt man dies manchmal ENSO (für El Niño-Southern Oscillation). Wenn El Niño stattfindet, dann dreht sich das gesamte äquatoriale und atmosphärische Muster um. Strömungen und Winde drehen und bringen dann warmes Wasser und warme Luft aus der westpazifischen Gegend nach Galapagos und zur südamerikanische Küste. In Zusammenhang damit wird das normale atmosphärische Hochdrucksystem im östlichen Pazifik durch ein Tiefdrucksystem ersetzt und das Tiefdrucksystem im westlichen Pazifik durch ein Hochdrucksystem (siehe beigefügtes Diagramm). Gegenden in Nordaustralien, Neu Guinea und Indonesien leiden unter Dürre, während schwere Regenfälle den Galapagos Inseln und der südamerikanischen Westküste zu schaffen machen. Auf Galapagos befeuchtet der Regen auch das trockene Tiefland und erlaubt der Vegetation so, in voller Fülle zu blühen und zu wachsen. Mit so viel Nahrung entwickeln sich auch die dort lebenden Tiere wie etwa Echsen oder Finke
n gut. Zur selben Zeit hemmen diese Wechsel die Aufwärtsströmungen aus der Tiefsee, die das Wasser um Galapagos herum mit Nährstoffen versorgen. Als Ergebnis leidet das Leben im Meer, manchmal sogar dramatisch. Ein besonders schwerer El Niño herrschte von 1982-1983. Das Landleben blühte; Finken zum Beispiel zogen gleich mehrere Brutbestände auf. Aber es war eine Katastrophe für das marine Leben. Seevögel aller Art waren nicht im Stande, ihre Brut aufzuziehen und es gab eine sehr hohe Sterberate bei den Meerechsen und den Fellrobben. El Niño setzt dennoch einen Rythmus im Galapagosleben, allerdings einen, von dem Land-und Meerleben nicht gleichermaßen profitieren können - im Gegenteil.
Der 1997-1998 El Niño war eines der stärksten Ereignisse des Jahrhunderts. Dürre und Waldfeuer suchten Indonsesien und Australien heim, während Nord-und Südamerika unter Fluten und schweren Schneefällen litten. Und es hatte auch den erwarteten Effekt auf Galapagos: schwere Regenfälle zwischen März und Juni 1997 und noch einmal in der Regenzeit von 1998; Meeres-und Lufttemperaturen lagen typischerweise 4 bis 5° C über den Normalwerten. Dies hatte einen negativen Einfluss auf marines Leben, denn Upwelling und somit die Versorgung der oberen Wasserschichten mit wichtigen Nährstoffen wurde stark verringert. Im Großen und Ganzen scheint es jedoch nicht so, als habe dieser El Niño das marine Leben so sehr geschädigt wie der der Jahre 1982-83. Nichtsdestotrotz konnte man, nachdem E
l Niño im Juni 1998 zu Ende ging, Seelöwenskelette und Knochen an den Galapagosstränden sehen. Auch unter den Meerechsen gab es eine hohe Sterberate und die, die überlebt hatten, waren stark abgemagert. Viele Seevögel konnten keine Jungen aufziehen. Auf der anderen Seite ließ der reichliche Regen die sonst so trockenen und braunen Tiefländer ergrünen und das terrestrische Leben erblühte.
Der El Niño Rythmus ist Teil des Lebensrythmuses der Galapagos Flora und Fauna, welche sich gut daran angepasst hat. Die Schwachen erliegen und die Starken überleben und geben diese guten Gene an eine neue Generation weiter. Das Leben geht weiter.