Galapagos Inselvulkane - Alcedo
Vulkan Alcedo liegt im Zentrum Isabelas (auch bekannt
als Albermarle Island) zwischen Vulkan Darwin im Norden und Sierra Negra im Süden. Die Zusammensetzung der Lava unterscheidet sich von der der beiden Nachbarvulkane und impliziert, dass Alcedo ein unabhängiges Magma-Leitungs-System besitzt. Er ist recht symmetrisch und erhebt sich bis auf 1100m. In Relation zu seiner Größe und Höhe hat Alcedo eine sehr große Kaldera (7km bis 8km im Durchmesser), die außerdem auch ziemlich flach ist (270m tief). Ein Dampfriss, auch Fumerole genannt, befindet sich auf der westlichen Seite der Kaldera. Es ist nur 1 historische Eruption bekannt, Basaltlava, die zwischen 1946 und 1960 aus der südöstlichen Flanke ausgebrochen ist.
Vulkan Alcedo ist etwas ungewöhnlich von der Warte her, als dass seine Flanken von rhyolitischem Bimsstein umgeben sind. Rhyolith ist ein hellfarbiges Vulkangestein, das durch t
eilweise Kristallisierung entsteht. Dies geschieht, wenn basaltische Magma in die Kruste eindringt und abkühlt. Dann kristallisiert es und die Kristalle setzen sich ab. Als Konsequenz ändert sich die Zusammensetzung der Magma stetig, enthält immer weniger Magnesium und Eisen, nimmt aber im Siliziumgehalt zu. Der geringe Eisengehalt ist verantwortlich für die hellere Farbe verglichen mit Basalt. Alcedo ist vermutlich der älteste Vulkan auf Isabela und vielleicht auch schon in der letzten Phase seiner Entwicklung. Das mag der Grund für seine ungewöhnliche Lava-Chemie und Morphologie sein.
Rhyolith ist recht zähflüssig, anders als Basalt fließt es also nicht so leicht. Außerdem ist Rhyolith-Magma oft sehr wasserhaltig. Diese 2 Faktoren zusammen verursachen explosive Ausbrüche, welche eher Asche produzieren, als Lavaflüsse. Mindestens 2 solche Ausbrüche gab es, der jüngste vor etwa 100.000 Jahren, der auch den Bimsstein entstehen ließ, welcher die Flanken umhüllt. Diese Eruption geschah im "Plinian"-Stil (ähnlich zu Pinatubo oder Mt. St. Helens), die Ausbruchsäule erreichte eine Höhe von 20km bis 30km. Solche Eruptionen sind sehr ungewöhnlich auf ozeanischen Inseln. Sobald der Gasdruck der Magma entwichen war, floss die zähflüssige Rhyolith-Magma auf den Kaldera-Grund und gefror zu Obsidian. Das Weiß des Rhyolith-Bimssteins steht in starkem Kontrast zum schwarzen Basalt.
Der Bimsstein, der die Flanken bedeckt macht den Aufstieg zum Gipfel vergleichs
weise einfach. Alcedo und Sierra Negra sind die einzigen Kalderas, die von Touristen besucht werden können. Alcedo ist Heimat der größten Riesenschildkrötenpopulation der Galapagos Inseln. Noch bis vor einigen Jahren war der Kalderagrund üppig bewachsen und die Schildkröten nicht bedroht. Die Tiere wurden oft sich in den kurzzeitigen Regenpools suhlend beobachtet. In den letzten 10 Jahren jedoch ist die Population der Wildziegen enorm angestiegen. 1983 gab es noch gar keine Ziegen, heute leben zwischen 50.000 und 100.000 Ziegen auf dem Vulkan. Die Tiere haben den Vulkan sprichwörtlich leergegrast und bedrohen somit eines der besten Schildkrötenhabitate. Alcedo ist auch ein exzellenter Lebensraum für Landechsen, da sie sich ohne große Anstrengungen in der Rhyolith-Asche, die den Vulkan umgibt, vergraben können.