Galapagos Inselvulkane - Darwin
Vulkan Darwin ist der zweite Vulkan auf Südisabela, zwischen Vulkan Wolf im Norden und Vulkan Alcedo im Süden. Er ist fast perfekt symmetrisch, erhebt sich auf eine Höhe von 1325m und ist somit der fünfthöchste Vulkan auf Galapagos. Wie die anderen westlichen Vulkane hat er eine große zentrale Kaldera mit fast 5km im Durchmesser und 200m Tiefe. Einige junge Lavaströme können in der Kaldera gesehen werden, sowie auch auf den Flanken des Vulkans. Die primären Eruptionsmuster scheinen von Rissen zu stammen, die die gesamte Kaldera umrunden, jedoch sind auch halbumfassende Risse erkennbar. Es gibt keine bestätigten historischen Eruptionen, aber ein Ausbruch auf Zentralisabela im Jahr 1801, beobachtet von Amasa Delano aus Anchorage in James Bay, Santiago, könnte von Vulkan Darwin stammen (Alcedo ist die andere Alternative). Nichtsdestotrotz, ein Großteil der Lava ist recht jung und nicht mehr als einige 100 Jahre alt. Daher bleibt Vulkan Darwin sicherlich ein aktiver Vulkan.
2 junge pyroklastische Kegel, Tagus Cone und Beagle Cone, befinden sich an der Küste auf der Westflanke des Vulkans. Tagus Cone ist teilweise durchbrochen und formt einen perfekten Anlegeplatz, bekannt als Tagus Cove, welcher seit Jahrhunderten ein beliebter Stopp ist. Im vergangenen Jahrhundert ankerten dort viele Walfängerschiffe, um ihre Verpflegung vor allem mit Schildkröten aufzustocken. Diese waren besonders beliebt, denn sie konnten über viele Monate hinweg lebendig und ohne Nahrung im Schiff gehalten werden. Die Beagle ankerte im Jahr 1835 und Darwin verbrachte dort viel Zeit, um die Gegend zu erkunden. Heute ist Tagus Cove einer der größten Touristenstopps der westlichen Inseln.
Pyroklastische Kegel nahe der Küste, genannt Küstenkegel, wie etwa Tagus und Beagle Cone, sind auf Galapagos recht häufig. Darwin war der erste, der erkannte, dass diese Kegel sich formen, wenn basaltische Magma in Kontakt mit Salzwasser gerät. Wenn dies passiert, verwandelt sich das Wasser in Dampf und die Magmafragmente in kleine Aschepartikel, die mit dem Dampf reagieren und zu Palagoniten formen, das helle farbige Material, aus dem die Kegel bestehen. Dieser ganze Prozess ist sehr explosiv und die Asche wird stark in die Luft gewirbelt. Sie setzt sich anschließend langsam wieder ab und bildet so einen Kegel um das Ausschussloch.
Wie die anderen großen Vulkane der westlichen Inseln, ist ein Großteil der Oberfläche Darwins von aa Lava bedeckt. A
a Lava Oberflächen sind extrem rauh und wesentlich schwieriger zu begehen als der andere Lavatyp pahoehoe. Einige Lavaflüsse beginnen als pahoehoe, aber wandeln sich dann aa Lava, wenn sie die steilen Abhänge hinunterfließen. Die charakteristischen steilen Abhänge der westlichen Galapagos Vulkane sind der Grund, weshalb aa Lava dort dominiert.
Tagus Cove ist einer der exzellenten Spots, um Galapagos Wildlife zu beobachten, ganz besonders die vielen Vögel. Von diesen kann man zum Beispiel die Braunen Pelikane und den blaufüßigen Tölpel sehen. Die Vegetation in diesem Gebiet ist typisch für diese trockenen und niedrigen Erhebungen der Galapagos Inseln. Häufig sieht man hier den Palo Santo Baum. Diese weißstämmigen Zwergbäume haben keine Blätter und sind über den meisten Teil des Jahres hinweg eigentlich eher tot. Sie bekommen Blätter und kommen wieder zurück ins Leben in der kurzen Regenzeit, die normalerweise im März/April beginnt. Die Darwin-Rasse der Riesenschildkröten wird zumeist in höheren, feuchteren Gebieten der Highlands gefunden, aber die Weibchen kommen manchmal hinunter bis Tagus Cove, um dort zu nisten.
Vulkan Darwin wurde 1986 von einem Team Geologen der University of Oregon und der Cornell University untersucht.