Galapagos Inselvulkane - Sierra Negra
Sierra
Negra erhebt sich bis auf fast 1500m befindet sich im Südosten Isabelas (Albermarle Island). Er ist der größte und mit 10 bekannten Eruptionen seit 1813 der aktivste Vulkan des Inselarchipels, der jüngste Ausbruch 1979. Über 90% der Vulkanoberfläche ist jünger als 4500 Jahre, ausgehend vom kosmischen Bestrahlungsalter der Lava. Obwohl Sierra Negra eine Reihe von Merkmalen mit den anderen großen westlichen Galapagos Vulkanen gemein hat, etwa steile obere Felsabhänge, die die umgekehrte Suppenschüsselform verursachen, unterscheidet sich dieser Vulkan in einiger Hinsicht. Erstens sind seine Abhänge zwar steil, aber dennoch seichter; zweitens gibt es hier ein markantes Risssystem vom Nordosten zum Südwesten rund um die Kaldera herum. In dieser Hinsicht gleicht Sierra Negra den hawaiianischen Vulkanen, welche ebenfalls markante Risssysteme vorweisen.
Sierra Negras Kaldera ist außerdem auf gewisse Art ungewöhnlich. Sie ist elyptisch, mit einer langen Achse
in nordost-auf südwestausrichtung, wohingegen Kalderas der anderen westlichen Vulkane fast kreisförmig sind. mit 7kmx10km hat Sierra Negra mit Abstand die größte Kaldera auf Galapagos. Mit allerdings nur 100m bis 140m Tiefe hat er auch die seichteste Kaldera. Sie ist strukturell sehr komplex und kollabierte ganz offensichtlich mehrere Male. Ein großer Teil des Kaldera-Grundes ist mit junger Lava bedeckt.
Die Zusammensetzung der Lava ist gleichmäßig, aber markant anders als andere Lava, besonders in Hinsicht der Menge an Spurenelementen im Vergleich zum nördlichen Vulkan Alcedo. Außerdem ziehen die umliegenden Vulkane ihre Magma aus anderen Regionen des Erdmantels, durch andere Magmarinnen. Sierra Negra Lava ist dennoch immerhin ähnlich zu der des westlichen Vulkans Cerro Azul, der kürzlich ausbrach. Es ist anzunehmen, dass diese beiden Vulkane Magma aus der gleichen Schmelzone des Mantels ziehen.
Die südlichen Flanken der Sierra Negra gehören zur windzugewan
dten Seite und sind oft in Wolken und Nebel gehüllt. Dementsprechend sind sie auch reich an Vegetation. Dieses Gebiet beherbergt weiterhin die 2 ältesten Siedlungen der Inseln, das Küstendorf Villamil und die Stadt Santo Tomas, 20km landeinwärts, hoch auf der Flanke des Vulkans. Santo Tomas wurde ursprünglich gegründet, um Schwefel aus den Fumerolen der Gegend abzubauen. Man findet einiges Vieh und Ziegen, die auf den südlichen Abhängen grasen, auch gibt es viele wilde Ziegen und wildes Vieh.